Presseberichte 2013

30.07.2013, Wiesbadener Kurier:

Reiterrallye in Laufenselden: Alltagsnahe Aufgaben für Mensch und Tier

Von Thorsten Stötzer

LAUFENSELDEN - Erst ging es über „schöne Trampelpfade“, dann setzte ein warmer Regen ein und milderte die seit Wochen über dem Untertaunus lastende Hitze. „Manitu fand es auch toll“, beteuert die für Laufenselden startende Lina Böhme aus Niederneisen, als sie mit ihrem Pferd von der Geländestrecke zurückkehrt. Damit ist die Reiterrallye des Reit- und Fahrvereins jedoch noch nicht abgeschlossen.Auf dem Turnierplatz müssen die Pferde beispielsweise an einer alten Beton-Mischmaschine voller Kieselsteine vorbei. Yvonne Pestke bringt die Trommel in Schwung. Das gefällt Manitu sichtlich weniger. Insgesamt stellen sich 32 Reiter den Aufgaben, was 20 weniger sind als im Vorjahr. „Viele haben uns gesagt, dass sie bei der Hitze nicht starten wollen“, sagt Katja Born, die stellvertretende Vorsitzende des gastgebenden Vereins. Großteils durch den Wald So heiß wie angekündigt wird es letztlich nicht, zumal der Regen einsetzt. Außerdem haben die Veranstalter eine Strecke ausgesucht, deren Länge mit zwölf Kilometern recht moderat ist und großteils durch Wald führt. Noch in der Laufenseldener Ortslage lauert die erste von drei Stationen unterwegs: An der Tierärztlichen Klinik sollen die Teilnehmer vom Pferderücken aus einen Basketball in einen Korb werfen.Weiterhin sind Beobachtungsfragen zu beantworten: Welche Farbe hat die Hose des Reiters hinter meinem Rücken? In Gruppen von meist zwei oder vier Leuten geht es auf die Rallyestrecke. Durch das Dörsbachtal wird der Stegerhof erreicht. An einem Teich sollen die Pferde acht Sekunden lang mit den Vorderbeinen in einem mit einem Gartenschlauch gebildeten Kreis stehen, der ungefähr den Durchmesser eines Fahrradreifens besitzt.Diese Übung ist für Katja Born genauso wie die an der Beton-Mischmachine ein Beleg für die Alltagsnähe bei der Rallye. „Das sind aus dem Leben gegriffene Aufgaben“, betont sie, denn auch an einer Straße muss ein Pferd eventuell exakt und ruhig mit den Vorderbeinen stehen. An der letzten Station am Waldrand ist ein Tennisball vom Sattel aus einem Eimer zu holen und weiter zu transportieren.Dann sind auf dem Turnierplatz erneut Disziplin und Vertrauen von den Pferden gefragt. Vorwärts und rückwärts sollen sie ein Tor aus Flatterbändern passieren – das könnten in der Natur herabhängende Äste sein. Ein Oxer wird nicht übersprungen, sondern von der Seite her passiert, sodass ein Engpass entsteht. Zuletzt marschieren die Rösser auf einem simulierten Steg über eine Wassergraben-Attrappe.„Die haben sich wieder etwas einfallen lassen“, lobt Belinde Bast aus Dörsdorf, die mit Opata unterwegs war, „spitzenmäßig“ findet sie die Strecke. Freizeitreiter machen bei der Reiterrallye ebenso mit wie Turnierreiter, die eine Abwechslung suchen, erklärt Born. Von den 32 Startern gehört übrigens exakt die Hälfte dem Reit- und Fahrverein Laufenselden an.

22.07.2013, Wiesbadener Tageblatt:

Viele fleißige Helfer beim Turnier des Reit- und Fahrvereins (RFV) Laufenselden

Von Thorsten Stötzer

LAUFENSELDEN - Wer einem Parcours-Erbauer zuhört, mag sich vorkommen wie ein Kindergartenkind im Latein-Unterricht. „Die Drei – Europa, so wie er steht“, ist auf dem Reitplatz in Laufenselden zu hören oder „die Sieben – Zürich rumgedreht“. Außerdem ist von Volksbank-Oxern die Rede und von Volten. Ständer und Stangen sowie Fahnen und Wassergraben-Attrappen sind zu holen.Beim Turnier des Reit- und Fahrvereins (RFV) Laufenselden fungiert Willi Lemke aus dem Wiesbadener Stadtteil Kloppenheim als Parcourschef. Bis zu zwölf Leute hören zwischen den Prüfungen auf sein Wort, wenn die Sprünge umgebaut werden müssen. „Kein Stress“, beruhigt er. Außerdem wissen die Helfer, was mit den für Laien so schwierig verständlichen Begriffen gemeint ist: Meist geht es um die Nummern der Sprünge und die Motive oder Werbepartner, die den Hindernissen ein typisches Aussehen geben.Lemke ist einer der wenigen externen Fachleute, die in Laufenselden tätig sind. Auf 30 eigene Helfer an jedem der beiden Turniertage setzt die Vereinsvorsitzende Silvia Theuerkauf ansonsten. Zwischen Richterturm und Fritteuse wird im Zwei-Schicht-Betrieb geschafft. „Der Vorstand ist natürlich nonstop dabei, das geht nicht anders“, erklärt Theuerkauf angesichts der Größe der Veranstaltung. 900 Nennungen An zwei Tagen gehen annähernd 700 Pferde bis zu 900 Mal in Dressur- und Springprüfungen an den Start. Damit ist die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr gewachsen. „Für die eigenen Aktiven ist es schwierig, hier zu reiten“, sagt die Vorsitzende, denn Arbeit und eigener Wettkampf lassen sich für die aktiven Vereinsmitglieder kaum verbinden. 120 selbst gebackene Kuchen und Torten sollen beispielsweise während der Turniertage vermarktet werden. Ein optischer Favorit ist ein Sandkuchen mit angebasteltem Pferdekopf und Schweif. Silvia Theuerkauf weist auf die weibliche Komponenten des ehrenamtlichen Einsatzes hin: „Wenn unser Verein die Frauenpower nicht hätte...“Carmen Rock etwa schneidet keine Tortenstücke, sondern planiert mit einem Traktor die Turnierplätze. Ihre Runden habe sie nie gezählt. „Wichtig ist, dass man die Hindernisse stehen lässt“, erläutert sie stattdessen. Lediglich das Dressur-Viereck habe sie gestern mal verrückt. Feuerwehr bekämpft Staub Eine wichtige Rolle kommt zudem der Laufenseldener Freiwilligen Feuerwehr zu. Sie leistet den Sanitätsdienst, organisiert das Parken und bewässert vor allem die Bahnen. Diese Aufgabe ist nicht zu unterschätzen – wegen der anhaltenden Trockenheit. Fünf Tage vor der Veranstaltung hat der Verein begonnen, selbst Wasser zuzuführen: immer ein bisschen am Abend, damit die Feuchtigkeit vorhält.Beim Turnier ist alle eineinhalb Stunden Nasses aus dem Schlauch gefragt. „Man kann sich aber darauf einstellen“, betont Theuerkauf, bei einem Gewitterguss wäre das anders. Mit 30 bis 40 Litern am Tag, und womöglich in der Hitze etwas mehr, kalkuliert sie übrigens den Wasserbedarf der vierbeinigen Sportler. Zugleich beruhigt die erfahrene Trainerin und Wertungsrichterin: „Die Pferde stecken das besser weg als der Mensch.“

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